Geschichten aus 85 Jahren SEW-EURODRIVE: Marco Leván

Marco Leván
Marco Levánehem. Technischer Manager in Schweden

Seit Juni 1976 voller Begeisterung

Ich wurde am 19. Mai 1948 geboren. Seit Juni 1976 arbeitete ich bei SEW-EURODRIVE und bin am 30.06.2016 in Rente gegangen – damit waren dann 40 Jahre bei SEW zu feiern. Ich habe meine Laufbahn in der SEW-Filiale in Skellefteå als Regionalleiter begonnen und war 15 Jahre in dieser Funktion tätig.


Unser Unternehmen ist gewachsen, indem es immer mehr Marktanteile erobert hat. Auch wurden neue Produkte auf den Markt gebracht. All das führte dazu, dass wir in Jönköping, dem Sitz unserer Zentrale, ein Anwendungszentrum eröffnet haben. Ich war unter den Bewerbern und erhielt 1991 den Job als Technischer Manager bei SEW-EURODRIVE Schweden.

Ich kam von einem größeren Unternehmen in Stockholm und trat meine Stelle am wahrscheinlich nördlichsten Ort an, an dem SEW eine Kundendienst-/Vertriebsniederlassung hat. Da wir nur wenige waren – zwei Vertriebsleute und eine Sekretärin –, war es ganz anders als das, was ich bis dahin als Büroleben und -größe gekannt hatte. Meist war einer von uns beiden Vertrieblern die Woche über auf Geschäftsreise. Es war also der Beginn einer sehr stillen und ruhigen Zeit ...

Marco Leván
Marco Leván
SEW-EURODRIVE Schweden 1986
SEW-EURODRIVE Schweden 1986

Persönliche Meilensteine

Zu den Meilensteinen bei SEW, an denen ich persönlich mehr oder weniger beteiligt gewesen bin, gehört zunächst einmal die Einführung unserer Frequenzumrichter Anfang der 80er-Jahre. Ich war voller Begeisterung und Neugier für diese neuen Produkte und habe alles gelesen und gelernt, was ich über die Technik auftreiben konnte. Meine erste Begegnung mit und praktische Übung an unserem MC300 fand direkt beim Kunden statt, der für die von mir – erfolgreich – durchgeführte Inbetriebnahme bezahlte.


Als nächster Meilenstein sind unsere Servomotoren der Baureihe DY und die Servoachsen vom Typ MOVIDYN® zu nennen. Wir in Schweden haben 50 Stück von den praktisch allerersten Exemplaren verkauft, die Anfang der 90er-Jahre bei uns vom Produktionsband liefen. Diese sind noch heute im Hippodrom-Theater im schwedischen Malmö im Einsatz.


Mitte der 90er-Jahre erhielten wir dann – nach mehr als einem Jahr harter Verhandlungen, Testläufe und erbitterter Konkurrenz von mehreren Mitbewerbern – von VOLVO Automations den Zuschlag als Zulieferer von MOVIDYN® und DY-Motoren. In jener Zeit haben wir über 1.200 Einheiten von MOVIDYN®/DY an VOLVO Automations verkauft. Nach jener Phase ist uns auch die Umstellung auf MOVIDRIVE® und CT-/CV-Motoren gelungen, womit wir letztlich einen weiteren Verkaufserfolg bei demselben Kunden verbuchen konnten.

Als Anwendungstechniker muss man stets bereit sein, auch sehr kurzfristig Geschäfts-/Kundendienstreisen anzutreten

Ich war ziemlich viel im Rahmen sogenannter „Abhilfemaßnahmen“ unterwegs, um Kunden bei Problemen mit ihren Anwendungen zu helfen. Überwiegend in Schweden, aber auch in anderen Ländern wie Finnland, Norwegen, Dänemark, Island, England, Irland, Belgien, Italien, Litauen, Marokko und sogar den USA. Für viele klingt das so, als ob wir bevorzugte Mitarbeiter wären, aber ich würde sagen, bei den Reisen dreht sich alles um den Job und es ist nicht immer ein Zuckerschlecken.


Als Anwendungstechniker muss man stets bereit sein, auch sehr kurzfristig Geschäfts-/ Kunden­dienst­reisen anzutreten, selbst wenn das Ziel weit entfernt liegt.

Meine Reise in die USA verlief zum Beispiel wie folgt:


"Drinnen waren es –32 °C, draußen +28 °C"

Ein Kunde brauchte sofortige Hilfe bei der Störungsbeseitigung/Inbetriebnahme von Kränen in einem Hochregallager in Houston, Texas, USA. Er hatte gedacht, er würde es selbst schaffen, aber die Inbetriebnahme wollte nicht gelingen. Donnerstagnachmittag erhielten wir diese Anfrage, Freitagmorgen hob der Flieger ab.

Wir haben in einem Kühllager im Warenverteilzentrum von Walmart gearbeitet. Drinnen waren es –32 °C, draußen +28 °C. Wir waren wie Astronauten gekleidet, konnten uns aber trotzdem nicht länger als 20 Minuten drinnen aufhalten. Draußen konnten wir auch nicht länger bleiben, wegen der dicken Kleidungsschicht, die wir anhatten. Einer unserer PCs ging kaputt. Wir konnten die Computer nicht länger im Kühllager lassen als uns selbst. Die Stromkabel waren so starr wie Stahlseile. Nach dem achten Tag waren wir ziemlich erledigt (Arbeitszeit von 7 bis 22 Uhr). Vor dem Rückflug hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, und so wollte unser Gastgeber uns gern noch einige Sehenswürdigkeiten in Houston zeigen, doch wir haben freundlich abgelehnt. Das war in Ordnung, aber auf unserem Rückflug nach Europa hatten wir eine Gruppe Austauschschüler an Bord. Raten Sie mal, ob wir glücklich darüber waren!?


Herzliche familiäre Atmosphäre

Ich habe enormes Wachstum und fantastische Entwicklungen bei SEW miterlebt, sowohl bei den Mitarbeitern als auch beim Produktportfolio. Die herzliche familiäre Atmosphäre und die kompetenten netten Kollegen haben sich tief in meinem Innern eingegraben. Alle von Ihnen haben für immer einen festen Platz in meinen Erinnerungen und meinen Gebeten.

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