Geschichten aus 85 Jahren SEW-EURODRIVE: Michael Kropp

Michael Kropp, Business Development Gearmotors & Mechatronics
Michael KroppVier Jahre Australien. Heute Business Development Gearmotors & Mechatronics / Bruchsal

Training down under

In der Unternehmenspolitik von SEW-EURODRIVE nimmt die Qualifikation von Mitarbeitern und Kunden seit jeher einen hohen Stellenwert ein. Das beweisen die zahlreichen DriveAcademies auf der ganzen Welt. Deren Erfolgsgeschichte ist eng mit dem Namen Michael Kropp verbunden. Einer seiner Höhepunkte: Der Ausbau eines Trainingszentrums in Australien.


Begonnen habe ich 1991 als Gruppenleiter „Training und Dokumentation“. In meinem anschließenden Werdegang bei SEW-EURODRIVE hat mich das Thema Aus- und Weiterbildung nicht mehr losgelassen. Anfangs waren wir nur auf die Qualifikation der firmeneigenen Mitarbeiter ausgerichtet. Aber bald konnte ich mit meinem Team das Schulungsprogramm auch für die Mitarbeiter unserer Kunden anbieten. Die Idee der DriveAcademy® war geboren. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Fortbildungszentren in Deutschland und in aller Welt aufgebaut, Trainer ausgebildet, Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten immer umfassender.

SEW-EURODRIVE hat mit den kostenlosen Trainings für seine Kunden neue Maßstäbe gesetzt. Auch wenn in den Seminaren der Overhead Projektor der frühen 90er Jahre längst ausgedient hat und inzwischen moderne Medien eine schnellere und nachhaltigere Wissensvermittlung ermöglichen, so ist der Mehrwert der Bildungsinstitute damals wie heute der gleiche: Kompetente Mitarbeiter, die mit ihrem Know-how auf dem neuesten Stand der Antriebstechnologie und Automatisierung sind. Denn Qualifizierung ist und bleibt ein wichtiger Baustein, um sich im Wettbewerb erfolgreich abzuheben.

Für einen einschneidenden Meilenstein in meiner eigenen beruflichen Entwicklung stellte ich 2007 die Weichen. Über eine interne Stellenausschreibung wurde ein „Technical Training Manager“ für den Ausbau des Produkttrainings in Australien gesucht. Ich zögerte nicht lange, bewarb mich und bekam den Zuschlag.

Das war ein verdammt großer Schritt, galt es doch die betrieblichen Belange mit den privaten Herausforderungen in Einklang zu bringen. Mit meiner Familie packte ich die Aufgabe an. Meine berufstätige Ehefrau gab ihre Stelle auf und die ganze Familie ging für zwei Jahre und zwei Monate nach Down Under. Ihren Schulabschluss mussten meine Tochter und mein Sohn dann in Australien absolvieren

Mit der Zeit wurde unser Angebot immer besser angenommen. Auch Kunden aus Neuseeland haben sich schon bald den Trainingsmaßnahmen in Australien angeschlossen. Denn Qualifizierung ist und bleibt ein wichtiger Baustein, um sich im Wettbewerb erfolgreich abzuheben.

Zu Beginn waren einige Startschwierigkeiten zu überwinden

Weder der Bildungsstandard der dortigen Mitarbeiter noch die betrieblichen Software- und Internetanwendungen waren mit denen an deutschen Standorten zu vergleichen. Innerhalb kürzester Zeit galt es, zahlreiche Mitarbeiter zu schulen und eine Internetpräsenz mit zusätzlichen Angeboten aufzubauen. Auch von Kundenseite wurden wir häufig mit falschen Vorstellungen konfrontiert. Viele Kunden planten nicht mehr als zwei Tage für eine Schulung ein.

Darüber hinaus gab es immer wieder E-Learning-Anfragen. Doch wie soll ich jemandem via Internet die Komplexität eines Getriebemotors oder die Inbetriebnahme eines Frequenzumrichters erklären? Das ist schlichtweg unmöglich. Doch ich meisterte alle Herausforderungen mit der Unterstützung meines Teams und mit der den Australiern eigenen Relaxtheit. Mit der Zeit wurde unser Angebot immer besser angenommen. Auch die Niederlassung von SEW-EURODRIVE in Neuseeland hat sich den Trainingsmaßnahmen in Australien angeschlossen bzw. diese übernommen.

Eine grandiose Erfolgsgeschichte: Heute ist SEW-EURODRIVE mit Trainingscentern in Melbourne, Sydney, Brisbane und Perth in Down Under präsent. Und wenn es notwendig ist gehen die Trainer auch vor Ort zu den Kunden. Mehr Kundennähe geht fast nicht!

Zurück in Good old Germany

Nach meiner Zeit in Australien suchte ich betriebsintern eine neue Herausforderung und wechselte Anfang 2011 in das Produktmanagement für Standardantriebstechnik. Hier werden Märkte analysiert und deren Anforderungen gesammelt, um gemeinsam mit Anforderer und den Entwicklungs- und entwicklungsnahen Bereichen den Kunden die Produkte bieten zu können, die ihren Anforderungen entsprechen. Den Erfahrungsschatz, den ich für mich und meine Familie in Australien gewinnen durfte, möchte ich nicht missen, war sie doch eine der besten Phase in meinem beruflichen wie privaten Leben.

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