Geschichten aus 85 Jahren SEW-EURODRIVE: MOVIMOT®

Die Geburt der dezentralen Antriebstechnik
Prototyp des MOVIMOT® von 1995Alles begann mit der Idee eines integrierten Frequenzumrichters

MOVIMOT® - Die Geburt der dezentralen Antriebstechnik

Vor 20 Jahren betrat SEW-EURODRIVE mit einem in den Motor integrierten Frequenz­um­richter absolutes Neuland. Davor lag der Fokus noch auf Applikationen mit mechanischen Verstell­getrieben und polumschaltbaren Motoren.

Die Idee eines integrierten Frequenzumrichters nahm Mitte der 90er Jahre bei SEW-EURODRIVE seine Anfänge.

Die Anforderung, dass Drehzahlen flexibler anpassbar sein sollen, nahm zu. Ein- und Umschaltstöße von polumschaltbaren Motoren sollten eliminiert werden. Und das Ganze sollte auch noch ohne spezielle Werkzeuge einfach handhabbar sein – für die damalige Zeit eine sehr visionäre Zielsetzung.

Schnell wurde klar, dass die neue Einheit aus Motor und integriertem Frequenzumrichter ganz neue Möglichkeiten bot. „Plattformstrategie“ - damals ein großes Schlagwort im Automobilbau wurde konsequent auf die Produktionsanlagen übertragen. Die Philosophie der modularen und standardisierten Fördermodule war geboren, Schaltschränke wurden leer geräumt und somit die dezentrale Installation ins Leben gerufen.

MOVIMOT® sowie die ergänzenden Feldbusmodule und Feldverteiler erwiesen sich als ideale Lösung für diese neue Installationstopologie. Vor 20 Jahren noch absolutes Neuland – ist diese Installationstopologie mit vielen gleichen und vernetzten Antriebseinheiten nach rasantem Wachstum heute weltweit der anerkannte Marktstandard in der Anlagenautomatisierung.

Udo Marmann über den Siegeszug des MOVIMOT®:

MOVIMOT® – eigentlich nur einer von vielen Produktnamen der SEW-EURODRIVE GmbH wird heute oft als allgemeingültiges Synonym für diese Art von integrierter Antriebskombination im Markt genutzt.

Die Geburt der dezentralen Antriebstechnik
Die Geburt der dezentralen Antriebstechnik
Udo Marmann, EURODRIVE Germany, Marktmanagement
Udo Marmann, EURODRIVE Germany, Marktmanagement

Vom allerersten Schritt bis zum Synomym für integrierte Antriebskombination

Udo Marmann, seit 1990 bei SEW-EURODRIVE, hat die Anfänge und die Entwicklung der Dezentralen Antriebstechnologie von Beginn an begleitet. Als damaliger Entwicklungsprojektleiter für den MOVIMOT® wirkte er maßgeblich mit, als die Idee eines integrierten Frequenzumrichters Mitte der 90er Jahre bei SEW-EURODRIVE geboren wurde und die Anlagentechnik unaufhaltsam revolutionierte.

Kleiner, leistungsfähiger und kostengünstiger

In den 90er Jahren machte die Entwicklung von Frequenzumrichtern große Innovationssprünge – jährlich wurden die Geräte deutlich kleiner, leistungsfähiger und kostengünstiger. Somit eröffnete sich auch erstmals die technische Möglichkeit zur Unterbringung im Klemmenkasten des Motors – bestätigt durch ein erstes Entwicklungsmuster aus dem Jahr 1995.

Die Grundfunktion des Umrichters war schnell entwickelt. Themen wie Mechanik und Anschlusstechnik, Entwärmung, Vorort-Diagnose, Sicherstellen der Servicefähigkeit sowie angepasste Auftrags–abwicklungs–prozesse und neue Dokumentationskonzepte waren jedoch absolutes Neuland für alle Beteiligten.


Mechatronik war noch völlig unbekannt

Den Begriff Mechatronik – heute selbstverständlich und täglich gelebt gab es damals noch nicht. Die Fraktionen der Mechaniker und der Elektriker waren strikt getrennt, bei SEW-EURODRIVE und auch bei unseren Kunden. Die größte Herausforderung bestand darin, dass diese Fraktionen eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Verständnis entwickelten, um gemeinsam fraktionsübergreifende Projekte erfolgreich bearbeiten zu können. Bei SEW-EURODRIVE und auch bei den ersten Anwendern musste MOVIMOT® auf dem Gebiet der interdisziplinären


Die Dezentrale Technik ist heute anerkanter Marktstandard

Die Produktkategorie „Dezentrale Technik“ ist heute etablierter Bestandteil im Portfolio, das auch zukünftig evolutionär weiterentwickelt wird. Außer der reinen Umrichterfunktion sind heute schon Sicherheitstechnik oder dezentrale Steuerungsfunktionen integriert. Zukünftig ist mit neuen Kommunikations- und Handhabungskonzepten zu rechnen.

Das MOVIMOT®-Konzept bringt schon heute die Voraussetzungen als Industrie 4.0 fähige Komponente mit – die Integration in Smart Factories mit neuronaler Vernetzung ist nur ein weiterer konsequenter Schritt in die Zukunft.


MOVIMOT® ist heute weltweit nicht wegzudenken

Bereits kurz nach der Jahrtausendwende konnte sich MOVIMOT® als „Globale“ Antriebseinheit etablieren. Heute ist MOVIMOT® überall auf der Welt zu Hause, besitzt alle geforderten Zulassungen für den Einsatz auf fünf Kontinenten und erleichtert somit ungemein den Export von Anlagen.

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