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Flüchtlinge zum Praktikum bei SEW-EURODRIVE

01.07.2016

Wie sieht ein deutsches Industrieunternehmen von innen aus? Was macht ein solches Unternehmen erfolgreich? Wie kann auch ich einen Beitrag dazu leisten? Fragen, die sich viele junge Asylsuchende stellen. Daher bietet SEW-EURODRIVE Schülern mit Flüchtlingshintergrund die Möglichkeit zu einem fünftägigen Orientierungspraktikum.

Flüchtlinge zum Praktikum bei SEW-EURODRIVE

Es geht vor allem um einen ersten Einblick in ein westliches Industrieunternehmen und in die verschiedenen Berufsbilder der Bereiche Mechanik, Elektrotechnik und technisches Produktdesign, den die Jugendlichen aus Syrien, Irak, Pakistan oder Gambia erhalten sollen. Gleichzeitig bietet sich ihnen die besondere Gelegenheit, ein Stück unserer Arbeitskultur näher kennenzulernen.

Kompetente und engagierte Unterstützung bei den praktischen Übungen ebenso wie beim Erlernen von technischen Begriffen und Zusammenhängen gibt es nicht nur von Seiten des SEW-EURODRIVE-Ausbildungsteams. Auch die Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr sind mit großem Engagement dabei und stehen den Praktikanten als Paten zur Seite. Mit selbst entwickelten Lerneinheiten tragen sie maßgeblich dazu bei, dass die Zeit bei SEW-EURODRIVE für die jungen Leute zu einer gewinnbringenden Erfahrung wird.

Im Bereich Elektrotechnik wird den Flüchtlingen der Aufbau von Schaltungen näher gebracht und das Gelernte durch Lötübungen in die Tat umgesetzt. Auch in der Mechanik liegt der Fokus auf praktischen Übungen: Bei der Herstellung des Spiels „Vier gewinnt“ können sich die Jugendlichen an den dafür notwendigen Arbeitsschritten üben: durch Drehen, Bohren, Fräsen, Sägen etc. erhalten sie ein Gespür für die benötigten Fertigkeiten eines ausgebildeten Mechanikers.

Vor der Herstellung eines jeden Produktes steht das Produktdesign. Auch in dieses Berufsbild können die Flüchtlinge hineinschnuppern: Hier rundet schwerpunktmäßig das Anfertigen von Zeichnungen per Hand und auch via CAD das abwechslungsreiche Programm ab.

Spielerische Lerneinheiten fördern den interkulturellen Austausch

Auch der zwischenmenschliche Aspekt kommt nicht zu kurz. In persönlichen Gesprächen lernen sich alle untereinander besser kennen und verstehen. Extra zu diesem Zweck haben die Auszubildenden von SEW-EURODRIVE ein technisches Memory entwickelt. Das ermöglicht einen interkulturellen Austausch, bei dem beide Seiten viel übereinander erfahren: Wie lautet der ein oder andere Fachbegriff in der Heimatsprache ? Wie sieht das Arbeitsleben in den verschiedenen Herkunftsländern aus? Gelegenheit solche und viele weitere Fragen wie „Welche Nahrungsmittel und Speisen sind dort typisch?“ zu stellen gibt es dann auch bei einem eigens von den Auszubildenden ausgerichteten internationalen Frühstück.

Markus Süß, Ausbildungsleiter des Bereichs Technische Ausbildung bei SEW-EURODRIVE zieht ein positives Fazit. „Wir machen mit diesen Jungen und Mädchen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und bei uns ihr Praktikum absolvieren, viele positive Erfahrungen. Sie sind motiviert, offen und sehr aufmerksam bei der Sache.“

Für die 16- bis 22 Jahre alten Asylsuchenden gilt die gesetzliche Schulpflicht. Sie besuchen derzeit die sogenannte VAB/O-Klasse (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf / ohne Deutschkenntnisse). Nichtsdestotrotz können sich bisher alle Flüchtlings-Praktikanten bei SEW-EURODRIVE recht gut auf Deutsch verständigen. Für das fünftägige Orientierungs-Praktikum steht den Schülern von Seiten ihrer Schule immer ein Tag in der Woche zur Verfügung. Ein Tag, auf den sich die jungen Leute Woche für Woche freuen.

Einleben in die Gesellschaft und ein guter Schulabschluss ebnen den Weg zum Ausbildungsplatz und zum Beruf

IT-Spezialist, Kfz-Mechaniker, Herzchirurg, Busfahrer, Altenpfleger oder Erzieher – auch wenn die geäußerten Berufswünsche der Flüchtlinge unterschiedlicher kaum sein können, Zielsetzung des Orientierungspraktikums ist es, ein Industrieunternehmen und dessen Berufsbilder vorzustellen. Wie alle jungen Menschen sollen auch sie in der Praxis erleben können, dass es sich lohnt, sich in der Schule anzustrengen. Denn mit einem guten Schulabschluss in der Tasche winkt auch ihnen die Chance, sich in Deutschland zu qualifizieren und einen guten Beruf zu erlernen.

Wer weiß, vielleicht können das SEW-EURODRIVE-Ausbildungsteam und die Auszubildenden bei dem einen oder anderen Praktikanten das Interesse wecken, einen Beruf in der Industrie in Erwägung zu ziehen und diesen zu erlernen. Die Möglichkeit, nach erfolgreichem Schulabschluss bei SEW-EURODRIVE eine Berufsausbildung zu beginnen, besteht jedenfalls.