Mit Leidenschaft für Technologie entwickeln wir die beste Lösung für unsere Kunden. Sie haben eine konkrete Anwendung und möchten beraten werden?
Anlagenbauer:
Westa Fördertechnik GmbH
Ort:
Offstein (Deutschland)
Branche:
Nahrungsmittel
Applikation:
Antriebstechnik für ein Zuckerrüben-Förderband
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Weitere Infos zur Südzucker AG:
Weitere Infos zur Westa Fördertechnik:
Im Werk Offstein der Südzucker AG läuft die jährliche Ernte an Zuckerrüben über ein zentrales Förderband. Bis zu 16.000 Tonnen täglich. Für den Retrofit dieses Gurtförderers war die Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE das Mittel der Wahl. Unsere maßgeschneiderte Lösung bestand aus einer Kombination von redundanten Antriebseinheiten, leistungsstarken Motoren und robusten Industriegetrieben. Bei erhöhter Produktionssicherheit konnten wir die Förderleistung auf bis zu 11.000 Tonnen Rüben erhöhen – pro Stunde versteht sich.
Im Werk Offstein haben wir viele Antriebe von SEW-EURODRIVE verbaut, und nach den langjährigen guten Erfahrungen ist SEW-EURODRIVE praktisch eine unserer Hausmarken. Wenn wir eine Ausschreibung machen, dann ist SEW-EURODRIVE einer unserer bevorzugten Lieferanten. Nicht nur bei Förderschnecken oder -bändern, sondern auch bei vielen anderen Antriebsaufgaben im Werk setzen wir auf Motoren und Getriebe aus Bruchsal.Maximilian Krantz, M.Sc., bei Südzucker zuständig für Verfahrenstechnik
Auch Sonderwünsche werden problemlos erfüllt (…). SEW-EURODRIVE bietet uns nicht nur eine überzeugende Produktpalette, sondern auch eine vollständig überzeugende Zusammenarbeit, die wir daher auch in Zukunft fortsetzen werden. Bei den Antrieben hieß das für uns ganz klar, dass wir auf SEW-EURODRIVE setzen. Denn aus unserer jahrzehntelangen Erfahrung wissen wir, dass wir hier eine extrem langlebige Qualität bekommen und uns jederzeit auf den schnellen Service von SEW-EURODRIVE verlassen können.Dipl.-Ing (FH) Mario Stolzenberg, Projektleiter bei Westa Födertechnik
Wenn auf jeder Seite des Tisches kompetente Ansprechpartner sitzen, macht die Arbeit Spaß, jeder bringt sich mit seinem Wissen ein, und das führt letztlich zu einem sehr guten Ergebnis.Bernhard Lang, Vertriebsingenieur bei SEW-EURODRIVE
Zwischen September und Dezember ist im Werk Offstein der Südzucker AG Hochbetrieb. Die jährliche Zuckerrübenernte wird verarbeitet. Aus bis zu 16.000 Tonnen Rüben entstehen täglich rund 2.000 Tonnen Dicksaft und Zucker. Das Herzstück der Produktionsanlage ist ein Förderband, das die Rüben dem Produktionsprozess zuführt. Ein Ausfall dieser Komponente gilt es um jeden Preis zu vermeiden. Gleichermaßen war eine Überholung des Gurtförderers unvermeidlich.
Den Auftrag für die Neukonstruktion vergab die Südzucker AG an Westa Fördertechnik aus Göllheim, einen langjährigen Zulieferer und Experten auf seinem Gebiet. Von Anfang an waren sich alle Beteiligten der besonderen Herausforderung bewusst. Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit standen ganz oben auf der Liste. Darüber hinaus gab es bei einem Förderband mit 132 Metern Länge, bei dem allein der Gurt neun Tonnen wiegt, zahlreiche Einflussgrößen, die sich nicht exakt ermitteln ließen. Und das bereitete zusätzlich Kopfzerbrechen.
Mit Blick auf diese sensiblen Fragen und dem Wunsch nach hoher Produktionssicherheit, wurden ausschließlich renommierte und zuverlässige Lieferanten an Bord geholt. SEW-EURODRIVE war der bevorzugte Partner für die Antriebstechnik, insbesondere wegen langlebiger Produktqualität, hoher Verlässlichkeit und schnellem Service. Ebenso aufgrund der großen Erfahrung mit stationären Förderstrecken auf der ganzen Welt.
In einem ersten Schritt hat man sich – in Abstimmung mit SEW-EURODRIVE – auf eine ausreichende Leistungsreserve bei der Auslegung des Antriebs verständigt. Ebenso wurde die rechnerische Bandgeschwindigkeit erhöht und die Getriebe größer ausgelegt, um auf der sicheren Seite zu sein. Positive Auswirkungen hinsichtlich der Lebensdauer waren dabei willkommen.
Die finale Antriebslösung stand ganz im Zeichen der sicheren und unterbrechungsfreien Zuckerproduktion. Nicht nur eine, sondern gleich zwei Motor-Getriebe-Kombinationen sind jetzt am Förderband angeflanscht – je eine rechts und links der Fördertrommel. Bei einem Ausfall kann Südzucker einfach von einem Antrieb auf den anderen wechseln. Ein kurzer mechanischer Umbau der Bolzenkupplung zwischen Getriebemotor und Fördertrommel – und die Rübenkarawane rollt weiter.
In jeder Antriebseinheit steckt jeweils ein energiesparender IE3-Drehstrommotor DRN mit 200 kW Leistung, Sanftanlauf und fester Drehzahl. Große Industriegetriebe vom Typ X3KS2010/HU/B – ausgelegt für ein Getriebenennmoment von 90 kNm – übertragen das Drehmoment der Motoren auf das Förderband. Sie reduzieren 1.489 min-1 Motordrehzahl auf 33 min-1 – die Abtriebsdrehzahl des Förderbandes.
Die dreistufigen Kegelstirnradgetriebe sind weitgehend identisch, arbeiten aber mit unterschiedlichen Drehrichtungen. Der konstruktive Clou unserer Getriebemodifikation: die Drehrichtung der Motoren bleibt gleich – im Notfall können sie einfach gegeneinander ausgetauscht werden. Südzucker gewinnt dadurch zusätzliche Redundanz und Verfügbarkeit. Als kleiner Bonus vereinfacht sich außerdem die Lagerhaltung, da nur gleiche Ersatzteile in den Regalen liegen.
Die in Offstein eingesetzten Industriegetriebe übersetzen hohe Motordrehzahlen niedrig aufs Band. Dabei entsteht Wärme, die aktive Kühlung erfordert. Üblicherweise verwenden wir für solche Aufgaben Öl/Luft-Kühler. Da dies allerdings ein weiteres Bauteil wäre, das ausfallen könnte, setzten unsere Experten auf eine Sonderlösung: einen speziell optimierten Axiallüfter zwischen Motor und Getriebe. Er läuft mit Motordrehzahl, ist wartungsfrei, einfach und effektiv; eine eigene Aggregatsteuerung entfällt. Südzucker profitiert von mehr Sicherheit und geringeren Wartungsaufwänden.
Der Axiallüfter war nur eine von mehreren cleveren Zusatzlösungen. Dem Förderband „spendierten“ wir eigens von Südzucker abgesegnete, lebensmittelverträgliche Schmierstoffe. Sowohl hinsichtlich des Öls für die Getriebe als auch in Form eines speziellen Fettes für die Rillenkugellager der Motoren. Darüber hinaus integrierten wir – ebenfalls auf Kundenwunsch – einen eigenen Temperatursensor ins Getriebe.
Unsere Flexibilität bei solchen Spezialmaßnahmen hat einen einfachen Grund: Wir machen fast alles selbst. Praktisch jeder Fertigungsschritte findet in-house statt. Von der eigenen Getriebefertigung bis hin zur Wicklung der Motoren. Und wir lieben es, unsere Kunden auch bei anspruchsvollen Anforderungen zufrieden zu stellen. So wie Südzucker in Offstein. Die nächste Rübenernte kann kommen...