Mit Leidenschaft für Technologie entwickeln wir die beste Lösung für unsere Kunden. Sie haben eine konkrete Anwendung und möchten beraten werden?
Anlagenbauer:
KÜNZ GmbH, Hard, Österreich
Ort:
Hafen Rotterdam, Terminal Maasvlakte II, Niederlande
Branche:
Hafenlogistik, Krantechnik
Applikation:
schienengebundene, automatische Containerkrane (Portalkrane/ Stapelkrane)
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28 der automatischen Container-Stapelkrane im Terminal Maasvlakte II liefert erhalten ihre Muskelkraft durch Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE.
Hubwerke
Katzfahrwerke
Kranfahrwerke:
Die schnelle und zuvorkommende Umsetzung unserer Anforderungen hat unsere Entscheidung für SEW-EURODRIVE bestätigt.Zitat Rudolf Flatz, Projektleiter bei der Hans Künz GmbH
Wir konnten mit den SEW-Kollegen aus Bruchsal die technischen Details schnell besprechen, eine Lösung entwickeln und so der Firma Künz eine maßgeschneiderte Antriebslösung auf Basis unserer X-Baureihe liefern.Zitat Johannes Bastigkeit, SEW-EURODRIVE, Leiter technisches Büro Dornbirn
Er ist der größte Containerhafen Europas, die Transportdrehscheibe Europas und Umschlagszentrum für Waren aus aller Welt: der Rotterdamer Hafen. Das Industrie- und Hafengebiet "Maasvlakte" (deutsch: Maasebene) wurde Anfang 1960 als künstliche Insel südlich der Maasmündung angelegt. Ein Jahrzehnt später im Jahr 1973 legten dort die ersten Schiffe an. Weitere 35 Jahre später wurde der Platz zu eng und für den „intelligentesten Hafen Europas“ ging es in die nächste Expansionstufe. Zu diesem Zweck erweiterten die Betreiber die Maasvlakte um 60 Prozent auf rund 6.000 Hektar. Es ist die Geburtsstunde von Maasvlakte II.
Das automatisierte Containerterminal ging im Frühjahr 2015 in Betrieb und ist das bis dato modernste von APM Terminals, einem der weltweit größten Betreiber von Hafen- und Terminaleinrichtungen. Das Unternehmen unterhält 74 dieser Anlagen in 40 Ländern auf 5 Kontinenten und gilt als weltweit führend, was die geographische Abdeckung angeht.
Herzstück des innovativen Terminals sind zwei schienengebundene Intermodalkrane (Rail Mounted Gantry Crane, RMG) sowie insgesamt 54 automatische Schienen-Stapelkrane (Automated Rail Mounted Gantry Crane, ARMG). Container, die durch STS-Krane (STS: Ship-To-Shore) vom Schiff verladen und anschließend von freifahrenden automatisierten Containerfahrzeugen (Lift AGVs) in die Pufferzone transportiert werden, machen schließlich Bekanntschaft mit den automatischen schienengebunden Stapelkranen. Diese entnehmen die Container von den AGVs und bewegen sie weiter in Richtung Stapelzone.
Den Zuschlag für Bau und Konstruktion der automatischen Stapelkrane erhielt die österreichische Künz GmbH aus Hard, einem Ort in der Nähe von Bregenz am Bodensee. Für die Antriebstechnik kamen für APM und Künz nur außergewöhnlich sichere, effiziente und leistungsstarke Komponenten und Systeme in Frage. Nicht zuletzt, weil der Hafen Rotterdam hohe Anforderungen in puncto Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit stellte. Was neben außergewöhnlicher Robustheit und Qualität letztlich den Ausschlag für SEW-EURODRIVE gab, war die Bereitschaft, kundenspezifische Anpassungen schnell umzusetzen.
Inzwischen sind 28 der automatischen Schienen-Portalkrane mit Getrieben von SEW-EURODRIVE ausgestattet. Es handelt sich dabei um die Container-Stapelkrane, die in den letzten beiden Ausbauphasen von 2014 bis 2017 installiert wurden.
Container aus aller Welt landen auf Maasvlakte II. Einmal angekommen, übernehmen die automatischen Containerstapelkrane. Die Anlagen sind als Zweiträgerbrücken ausgeführt und überspannen eine Weite von fast 30 Metern. Mit einer Tragfähigkeit von 41 Tonnen am Spreader (oder Containergeschirr) heben und transportieren sie ihre schwere Fracht.
Im Hubwerk, dem starken Arm des Krans, bilden Industriegetriebe der Baureihe X die Muskeln. Sie bewegen die tonnenschweren Lasten über eine Höhe von 18,1 Metern. Die Kegelstirnradgetriebe des Typs X3KV200/HU/T übertragen dabei eine Antriebsleistung von 2-mal 170 Kilowatt – so viel Power ist nötig, um Container mit 36 Meter pro Minute durch die Luft zu befördern. In den 28 Kranen sind insgesamt 112 dieser Industriegetriebe im Einsatz.
Auch im Katzfahrwerk, das für die horizontale Bewegung der Container sorgt, entschied Künz sich für Antriebstechnik aus dem Hause SEW-EURODRIVE. Jeweils vier Kegelrad-Getriebe KA97 beschleunigen die Laufkatze auf eine Maximalgeschwindigkeit von 70 Metern pro Minute. Insgesamt verbaute der Anlagenbauer vom Bodensee 112 dieser Getriebe mit je 11 Kilowatt Motorleistung.
Die Container-Stapelkrane sind mit 270 Metern pro Minute auf der 380 Meter langen schienengeführten Kranbahn unterwegs. Dafür brauchen die mehrere Stockwerke hohen Stahlkonstruktionen im Kranfahrwerk jeweils 13 Kegelradgetriebe vom Typ KAZ107. Die Antriebsleistung pro Getriebe liegt bei 37 Kilowatt.
Im Betrieb klafft ein großer Unterschied zwischen dem Massenträgheitsmoment an Fahrwerk und Motor. Die daraus entstehenden Beschleunigungs- und Verzögerungsmomente umzusetzen ist die Herkulesaufgabe der Getriebelösung. Diese besteht für alle 28 Krane aus der beeindruckenden Summe von 364 Kegelrad-Getriebemotoren.
Nachdem die Stapelkrane die Container in der Stapelzone abgeliefert haben, erfolgt der weitere Transport ins eurpäische Hinterland über LKW, Züge und Binnenschiffe.
Ein zentraler Teil der Antriebslösung für APM Terminals waren die Anpassungen an den Standard-Industriegetrieben der Baureihe X. Durch dieses Customizing entlang spezifischen Kundenbedürfnissen konnten wir die TCO (Total Cost of Ownership) für APM und Künz senken. Beispielsweise legten wir die Getriebe so aus, dass Künz sie sowohl links als auch rechts des Hubwerks anbauen konnte. Das reduziert den Aufwand für die Ersatzteilhaltung, da nur Getriebe der gleichen Bauart im Lager liegen. Für den Einsatz der modifizierten X-Getriebe als Ersatzteil sind lediglich kleinere Arbeiten durch die APM-Techniker nötig.
Anpassungen gehen am besten von der Hand, wenn alle Beteiligten über kurze Wege kommunizieren. Sowohl räumlich als auch fachlich. So auch in diesem Fall: Entscheidend für die schnelle Umsetzung der Sonderwünsche war unsere Nähe zum Kunden. Das Technische Büro der SEW-EURODRIVE in Dornbirn am Bodensee harmonierte optimal mit der technischen Abteilung von Künz. Eng verzahnt mit der Zentrale in Bruchsal entstanden innerhalb kürzester Zeit Lösungen, die die Bedürfnisse von APM punktgenau abbilden. Und das weitere Wachstum im Rotterdamer Hafen sicherstellen.