Mit Dynamik und Präzision ganz vorn am Ball
Was haben ein automatisierter Torwart, eine Ballschussmaschine und das Glasdach des WM-Stadiums in Kapstadt gemein? Überall
ist Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE mit im Spiel.
Hochdynamische Positionierung
Der mechatronische Torwart GOAL-IAS, ein Projekt der Universität Stuttgart, soll Jugendliche für ein Studium der Ingenieurwissenschaften
begeistern. Der Begriff setzt sich zusammen aus Goal (Tor) und IAS - Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik. Auf
den ersten Blick ist das Ganze nur eine mannshohe Kunststoffplatte mit aufgemaltem Gesicht, Trikot und Hose. Die Technik dahinter
jedoch hat es in sich: Sie erkennt in weniger als einer halben Sekunde einen anfliegenden Ball, berechnet seinen voraussichtlichen
Auftreffpunkt im Tor und positioniert dort so schnell wie möglich den Torwart. Wird der Ball abgeschossen, lokalisiert ihn
ein Bilderfassungssystem mit vier Kameras und berechnet die Flugbahn. Eine mikrocontrollerbasierte Steuerung berechnet die
Position, die der Torhüter anfahren muss und steuert das hochdynamische Servoantriebssystem Moviaxis von SEW-Eurodrive an.
Es beschleunigt den Keeper bis zur achtfachen Erdanziehungskraft auf maximal 55 km/h und bremst ihn millimetergenau auf der
Zielposition ab, und das im Rahmen eines Standard-Fußballtors. Der vierte Torwart für den Bundestrainer!
Starker Schuss
Fast an einen Lukas Podolski reicht die Ballschleuder David, ein weiteres IAS-Projekt. Nach biblischem Vorbild benannten die
Wissenschaftler ihre Schleuder, die Fußbälle mit hoher Geschwindigkeit und Trefferquote auf eine festlegbare Flugbahn bringt.
Die Wurfmaschine in Form eines überdimensionierten Fußballschuhs testet die technischen Grenzen des Torhüter GOAL-IAS. In
der Ballwurfmaschine kommen mehrere Standardantriebe von SEW-Eurodrive zum Einsatz. Das Herzstück bilden zwei Asynchronmotoren,
die zwei Beschleunigungsbänder aus Kunststoff antreiben, mit denen der Ball beschleunigt wird. Jeder Motor wird über separat
über einen Servoumrichter Moviaxis angesteuert. Dadurch kann man die Bänder unterschiedlich schnell laufen lassen, somit die
Bälle anschneiden und sogar über eine Mauer schießen. Der Bediener kann die Ballwurfgeschwindigkeit variieren, von der Schussstärke
„Jugend“ mit etwa 70 km/h bis zur Championsleague mit stolzen 130 km/h. Ein weiterer SEW-Getriebemotor sorgt dafür, dass die
sich die Maschine um ihre vertikale Längsachse drehen kann und zwei Linearzylinder ermöglichen die Verstellung des vertikalen
Neigungswinkels.
Saubere Beschichtung
Nach der erfolgreichen Organisation des Fifa World Cup 2006 in Deutschland unterstützten mehrere deutsche Firmen Südafrika
beim Bau von Sportstätten. So produzierte die Thiele AG für das Dach des WM-Stadions im Kapstadt die Glasplatten mit Hilfe
einer Walzenlackiermaschine. Diese Maschinen der Robert Bürkle GmbH beinhalten zwischen drei und fünf Antrieben von SEW-Eurodrive.
Die eingesetzten Getriebe basieren auf dem standardisierten SEW-Baukastensystem. Die Motoren treiben u. a. die Auftragswalze,
die Dosierwalze sowie Transporteinrichtungen an. Etwa 11.000 Flachglaselemente aus speziell emailliertem Verbundsicherheitsglas
wurden für die Dachkonstruktion des Green Point - Stadions eingesetzt. Die 45 m hohe Multifunktionsarena in einem großzügig
angelegten Park bietet Platz für 68.000 Zuschauer. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 werden hier mehrere Spiele bis
zum Halbfinale ausgetragen.