Evolution der Dynamik
Bruchsal, Hannover Messe 2009: Die moderne Automatisierungstechnik erfordert Motorensysteme, die hohe Beschleunigungen und
hohe Taktraten realisieren, aber auch schwere Lasten präzise und regelungssteif bewegen können. Die neuen Servomotoren von
SEW-EURODRIVE der Baureihe CMP mit bis zu 178,8 Nm Spitzendrehmoment erfüllen beide Forderungen. Getriebe im Direktanbau,
Bremsen nach Wunsch und skalierbare Geber ermöglichen zusätzlich ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.
Neueste Fertigungstechnologien und eine innovative Konstruktion ermöglichen bei den Servomotoren CMP71, CMP80und CMP100 von
SEW-EURODRIVE kompakte Bauformen: Dank seines zehnpoligen Designs, Einzelzahnwicklung und hohem Kupferfüllfaktor hat der CMP-Motor
bis zu 49 Prozent höhere dynamische Spitzendrehmomente als sein erfolgreicher Vorgänger CM. Gleichzeitig reduziert sich dabei
die Baulänge um bis zu ein Drittel. Der vollvergossene Stator und die spezielle Heat-Conductivity-Layer (Wärmeleitschicht)
zwischen A-Lager und Stator führen die entstehende Wärme sicher ab. Somit haben die CMP-Motoren bei höherer thermischer Ausnutzung
ein bis zu einem Drittel verringertes Bauvolumen. Gleichzeitig reduziert sich das Polrasten auf ein nicht mehr spürbares Minimum.
Gegenüber herkömmlicher Asynchronmotoren ist auch im Dauerbetrieb der neue CMP-Motor eine Klasse für sich. Basierend auf derselben
Motorplattform wie MOVIGEAR® ergeben sich Wirkungsgradvorteile bis 30 Prozent.
Zwei Rotorausprägungen
Im Fokus der Entwicklung der CMP-Motoren stand vor allem der Zusammenhang zwischen Masseträgheit und Beschleunigungsvermögen:
M = J x α (M=Drehmoment, J=Trägheitsmoment, α=Winkelbeschleunigung). Dank seines trägheitsarmen Rotors erzielt der CMP-Motor
eine hohe Winkelbeschleunigung. CMP100L, der größte Motor dieser Baureihe, erreicht 3.000 min-1 in nur 7 Millisekunden. Der
CMPZ-Motor dagegen ist als Antrieb für große oder variable Lastträgheitsmomente vorgesehen. Gleichzeitig ermöglicht sein höheres
Trägheitsmoment eine kleinere Übersetzung im Getriebe.
Variabilität dank Baukastensystem
Die Servomotoren der Baureihe CMP können im Direktanbau mit sämtlichen Getrieben aus dem SEW-Baukasten kombiniert werden.
Der zwischen Getriebe und Motor übliche Adapter bei Solomotoren mit B5-Flansch und Kupplung entfällt. Das eintreibende Ritzel
ist direkt, spielfrei und formschlüssig mit dem Getriebe verbunden. CMP-Motoren haben optional eine trägheitsarme Federdruck-Haltebremse
BP, CMPZ-Motoren eine leistungsstarke Federdruckbremse BY mit hohem Arbeitsvermögen („Arbeitsbremse"). Die BY-Bremse kann
auch per Hebel von Hand gelüftet werden. So lassen sich Achsen - beispielsweise bei Wartungsarbeiten - schnell und unkompliziert
manuell weiter drehen/fahren, ohne dass der Instandhalter hierzu die Steuerung betätigen muss. Die CMP-Motoren werden serienmäßig
mit der bewährten Resolvertechnologie ausgestattet. Optional lassen sich Hiperface-Geber anbauen. In kostengünstiger Standardauflösung
AK0H oder für hochpräzise Applikationen AK1H / EK1H. Sie werden mit einem elektronischen Typenschild ausgeliefert, so dass
die Inbetriebnahme mit dem Universalumrichter MOVIDRIVE® oder dem modularen Servosystem MOVIAXIS® mit minimalem Aufwand durchgeführt werden kann.
Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
Durch seine hohe Variabilität und dem fein skalierten Motorspektrum ist der CMP ein universeller Anpassungs-Champion. Das
Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ist entsprechend groß. So können in der Verpackungstechnik kleine, trägheitsarme CMP-Motoren
im Direktanbau massearme Achsen antreiben. CMPZ-Motoren in Kombination mit großen Kegelradgetriebemotoren, robuster Arbeitsbremsen
und optionaler Handlüftung sind dagegen eine effiziente Lösung für das Bewegen schwerer Lasten z. B. in der Baustoffindustrie.
Dank CSA-Prüfzeichen und UL-Zertifizierung lassen sich beide Motorenreihen weltweit einsetzen.