Ein individueller Motor aus dem Baukasten
Der neue DR-Motorbaukasten von SEW-EURODRIVE
Bruchsal, Hannover Messe 2007: Antriebstechnik von SEW-EURODRIVE hat sich seit Jahrzehnten bewährt. In unzähligen Applikationen
verrichten Antriebslösungen tagtäglich ihren Dienst - zuverlässig, sicher und präzise. Doch auch in der Antriebstechnik steht
die Entwicklung niemals still; auch nicht die Entwicklung bei den Motoren. So erfindet SEW-EURODRIVE nun das Prinzip des Standard-Asynchronmotors
zwar nicht neu, optimiert und kanalisiert aber bisherige Entwicklungen in einem neuen Baukasten für die DR-Motoren, mit dem
bereits heute die absehbaren Anforderungen von morgen abgedeckt werden.
Trends in der Antriebstechnik zeigen sich schon seit ein paar Jahren sehr deutlich. So geht z. B. die zukünftige Entwicklung
ganz klar in die Richtung Energie an allen möglichen Stellen einzusparen. Eine Möglichkeit Energie einzusparen ist, Elektromotoren
nur noch über Frequenzumrichter - also gesteuert oder geregelt - zu betreiben. Aber auch der Elektromotor selbst kann einen
Beitrag zum Energiesparen leisten. In Nordamerika, Australien und Neuseeland sind Bestimmungen in Kraft, die einen Einsatz
von Energiesparmotoren vorschreiben. Südamerika und sehr viele Länder in Asien bewegen sich ebenfalls deutlich in diese Richtung.
In Europa kommt nun das Thema Energiesparen mit der EuP-Richtline auch in Bewegung. SEW-EURODRIVE hat diesen Trend schon sehr
früh erkannt und als erster Antriebshersteller vor fünf Jahren die Energiesparmotoren auf Basis der Kupferdruckgusstechnologie
in den Markt eingeführt. Ein anderer Trend zeichnet sich aus den Anforderungen der Logistikbranche ab. Hier benötigt die Förder-
und Transporttechnik vermehrt kleine, kompakte, dezentrale Antriebslösungen.
Trends erkennen und Schlüsse ziehen
Diese beiden und weitere Trends wurden nun zusammengeführt und bewertet. Daraus wurde ein Konzept entwickelt, dass jetzt mit
dem neuen DR-Motorbaukasten im Markt der Antriebstechnik neue Standards setzt. So erfüllt der DR-Motor bereits heute die sich
abzeichnenden zukünftigen Anforderungen an Mindestwirkungsgrade der Asynchronmotoren.
Das bewährte MOVIMOT® wird es im DR-Motorbaukasten natürlich weiterhin geben. Die neue Generation ist dabei voll kompatibel
zu den bisherigen Geräten und lässt sich auch an den bisherigen Motoren der Baureihe DT/DV einsetzen.
Die Highlights des DR-Motors
Alle heute bekannten Forderungen zu Wirkungsgraden (Standard, High, Premium) der ganzen Welt wurden in dem DR-Motorbaukasten
integriert. Optional mit Rotoren mit Kupferkäfig der zweiten Generation.
Erstmalig ermöglicht ein Bremsenbaukasten die Auswahl zwischen zwei bis drei Bremsengrößen für jeden Motor. Der Hintergrund
ist, dass weniger Bremsarbeit beim Bremsmotor im Umrichterbetrieb erforderlich ist und kleinere Bremsmomente bei Energiesparmotoren
erforderlich sind. Außerdem wird der An- und Abbau der Bremse der Generation BE ab der Baugröße 90 der DR-Motoren gegenüber
heute deutlich vereinfacht. Diese BE-Bremsen sind auf einer Reibplatte aufgebaut und können leicht demontiert werden.
Für viele Aufgaben ist nur eine einfache Positions- oder Geschwindigkeitsbe-stimmung erforderlich (z. B. als Streckengeber).
Dafür sind die am b-seitigen Wellenende angebauten hochauflösenden Geber vielfach zu aufwändig. Für den DR-Motor wurden zwei
neue, vollintegrierte und kostenoptimierte Geber entwickelt. Bei Bedarf ist eine einfache Nachrüstung möglich. Die Auflösung
des Gebers beträgt zwischen einem und rund 100 Impulsen je Umdrehung. Zu einem späteren Zeitpunkt wird zusätzlich ein Umdrehungszähler
verfügbar sein. Auch die Anbaugeber wurden optimiert. Die Standardgeber können nun auch bei den größeren Motoren, 4-polig
ab 7,5 kW bis 55 kW, direkt an die Welle und Lüfterhaube angebaut werden. Die häufig eingesetzten Anbaugeber mit Sinus/Cosinus-Signalen,
erhalten einen neuen vereinfachten Anschluss. Mit dem Anschlussdeckel wird der Anschluss des Geberkabels und der Wechsel des
Gebers sehr vereinfacht wird.
Weiterhin wurden die Baugrößen der Motoren und die Zusatzausführungen optimiert.
- Viele Antriebe sind kompakter als heute, d.h. sie sind schmaler oder kürzer im Vergleich zur Baureihe DT/DV.
- Der Kabelanschluss bei kleinen Motoren wurde vereinfacht und der Anschlussraum dieser Motoren wurde vergrößert.
- Anstelle des Klemmenplatte erleichtert der optionale Anschluss mit Kä-figzugfedern die kundenseitige Verdrahtung, verfügbar
für DR71-132.
- Die bewährten Anschlüsse des Motors mit dem Steckverbinder IS und den so genannten Harting Steckverbindern werden beibehalten,
für den IS wird der 4-polige Leistungsbereich auf 7,5 kW, eventuell sogar 9,2 kW, ausgedehnt.
- Die Motorfüße für die Motoren 71 bis 132 lassen sich jetzt einfach nachrüsten.
- Die mechanische Funktion der Bremsen lässt sich nun mit einer Serienoption überwachen. Dabei kann entweder die Betätigung
oder der Verschleiß oder die Betätigung und der Verschleiß kontrolliert werden.
- Anstelle einer Bremse kann eine Rücklaufsperre nun mit einem hohem Sperrmoment die Drehbewegung des Motors in einer Richtung
sperren.
- Das C1-Profil der Elektro-Hängebahnen kann nun mit 4-poligen 1,1 kW - Antrieben durchfahren werden.
- Das Schutzdach auf der Lüfterhaube kann nun nachgerüstet werden.
- Im Umrichterbetrieb ermöglichen Sensoren für die Temperaturerfassung der Motorwicklung einen hohen Nutzungsgrad des Antriebes.